Abenteuer fangen genau am gleichen Ort an wie auch der Jakobsweg: Vor der eigenen Haustür. 

Seit wir im März nach Muttenz gezogen sind waren wir schon ein paar mal, meistens mit Besuchern, auf dem Wartenberg. Auch ein Silvesterfeuerwerk haben wir von der Mittleren Burg aus schon mal betrachtet. Und schon lange wollten wir ein Biwak machen, um heraus zu finden, wie warm unsere Schlafsäcke wirklich sind, d.h. ohne Zelt drumrum. 

Das Wetter am 2. Adventswochenende sollte stabil sein, trocken, wenn auch kalt. Beste Voraussetzungen also. Am Samstagabend sind wir per Velo die Burghaldenstrasse hoch, bis zur Abzweigung des Wanderwegs auf die Burg, wo wir zu Fuss weiter sind. Es war recht neblig, das mit dem Sternenhimmel war wohl nix...

Nach ca. 15 Minuten passierten wir die Vordere Ruine, von dort weiter auf dem Trampelpfad zur Mittleren Burg, die hell beleuchtet war. An der Feuerstelle vor der Burg glimmte noch etwas Glut, da waren wohl am Nachmittag noch andere Wanderer da gewesen, welche in der winterlichen Natur Abenteuer suchten. Als wir die dreistöckige Holztreppen im Inneren erklommen hatte und oben auf der Burg waren, die Überraschung: Sternenhimmel! Wir waren knapp über dem Nebel, und sahen die Lichter von St. Chrischona und dem Tüllinger Hügel. 

Unser Lager schlugen wir so windgeschützt wie möglich auf: Plastikplane auf dem Boden, Isomatte und die unschlagbaren Daunenmatten darauf, eine Decke drüber und zu oberst die Schlafsäcke. Eigentlich lassen sich die zusammen zippen, aber angesichts des damit verbundenen Wärmeverlusts bei den kalten Temperaturen war das keine Option.

Nachdem wir jeder die für uns ideale Stellung gefunden hatten, in der uns so wenig wie möglich der Wind ins Gesicht blies und man trotzdem noch Frischluft bekam, sind wir - traumhaft unter winterlichen Sternbildern - eingedämmert. Wirklich tief schlafen tut man nie, wir sind beide ein paarmal aufgewacht, allerdings nie, weil es zu kalt gewesen wäre. Die Icebreaker-Merino Unterwäsche und vor allem die Daunen-Booties taten sehr guten Dienst und es war wohlig warm im Schlafsack. 

In den Morgenstunden muss es dann deutlich gut unter Null gewesen sein, denn als wir in der Dämmerung aufwachten, war alles angefroren... 

Der Sonnenaufgang war toll, und der Kaffee und die selbstgemachten Guetzli auch!

Was sich der Wanderer wohl dachte, der nichtsahnend um acht Uhr oben auf dem Burgfried ankam und uns da sah :-) 

 

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Für alle, die es auch mal probieren möchten unsere Ausrüstungsliste:

  • Western Mountaineering Schlafsäcke, Modell Antelope
  • Exped Down Mats 
  • Icebreaker Merino Unterwäsche
  • Down Booties
  • Daunenjacken, Mütze, Handschuhe etc sind sowieso selbstverständlich

Es ist empfehlenswert, alle Klamotten, die man nicht anhat, trotzdem in den Schlafsack zu nehmen. Je mehr Mumie, desto besser. Und: Melanie liebt ihren "Hüftschmeichler" von La Sportiva, da bleiben auch die Problemzonen warm ;-)

 

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